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Die Gedanken sind frei - Die Gedanken sind frei - Die Gedanken sind frei - Die Gedanken sind frei -

Ohne Kulanz geht nichts oder Life is Life

Auch wenn man älter ist, so muss man nicht alleine bleiben. Vor etwa drei Jahren entschloss ich mich wieder mal den Gang zum Standesamt zu wagen. Immerhin war ich es leid, ständig zu kochen, waschen und bügeln. Dafür hat Gott doch die Frauen geschaffen. Nicht Zärtlichkeit, Geborgenheit oder auch Liebe sollten der Maßstab für eine funktionierende Partnerschaft sein, Effizienz ist eher gefragt. Ob sie nun Tageslichttauglich ist, das war mir sozusagen wurscht, wichtiger ist eben, dass sie sehr versiert in Haushaltsangelegenheiten ist. Und wenn der Zweck die Mittel heiligen sollte, dann sollte man auch nicht so wählerisch sein. Klar, so ein junges knackiges Ding wäre mir schon lieber, aber auf Grund meiner Einkommensverhältnisse, da kann ich keine Ansprüche stellen, man muss halt nehmen, was man so kriegt. Objektiv gesehen; das Selbe wie mit den Autos, wenn man wenig investiert, dann kriegt man eben auch nur ne verbeulte Schrottkarre.

Dann ging es relativ schnell, ne Annonce in der Zeitung; zwar nur eine Zuschrift bekommen, aber ich hatte wenigstens nicht die Qual der Wahl. So lernte ich also Heidrun kennen. Aussehensmäßig schon gewöhnungsbedürftig, weil auch bei ihr das Alter optische Spuren hinterlassen hatte. Aber, da ich nicht nur das Talent habe ein Auge zuzudrücken, sondern auch beide zudrücken kann, so habe ich beschlossen, meiner Suche ein Ende zu bereiten, und mich halt an sie zu gewöhnen. Immerhin bin ich hart im Nehmen; vor allem als in der ersten gemeinsamen Nacht sich ihr Leibesumfang nahezu verdoppelte, nachdem ich ihr hautfarbenes Mieder mit Mühe und Not runterkriegte. Und dass ihre Brüste nur so schlaff herunterhängen, habe ich auch nicht moniert, immerhin steht bei mir ja auch nicht immer alles. 00005602

Mittlerweile sind doch schon drei Jahre rum, man hat sich irgendwie schon aneinander gewöhnt, obwohl vieles für mich immer noch gewöhnungsbedürftig ist. Auch das Zeitunglesen auf dem Klo habe ich mir schon abgewöhnt, immerhin scheint das Bad ihre Lieblingsstätte zu sein. Ich weiß nicht, wie man stundenlang vorm Spiegel stehen kann, jede einzelne Falte zuzuspachteln; mir wäre das wohl zuviel. Alte Frauen haben eben Falten, na und? Ein frisch gepflügter Acker sieht doch auch net anders aus. Diese verdammte Eitelkeit. Das schlimmste ist, dass jedes Mal nachdem sie gebadet hatte, meine Rasierklingen stumpf waren. Und jedes Mal, wenn sie dann nach ihrer Schönheitsreparatur aus dem Bad kommt, dann muss ich sie bewundern, ihr halt sagen, dass sie toll ausschaut, begehrenswert ist, …blablabla. Eigentlich hatte sie kurz vor der Hochzeit von mir das Versprechen abverlangt, dass ich immer ehrlich zu ihr bin, aber wie dieses Versprechen einhalten? Ich kann ihr doch nicht ins Gesicht sagen, dass sie trotz aufwendigen Faltenverfugens hässlich ist. Weiber eben! Aber sie erledigt hauptsächlich ihre Arbeit, sie kocht, putzt und wäscht, und das ohne Murren. Nur eben mit dem Kochen, ich musste mich total umgewöhnen, es gibt immer mehr Speisen mit Gemüse, und demzufolge mit weniger Fleisch. Das sei gesund; sagt sie. Naja, eh ich da herummeckere und der Haussegen schief hängt, da sage ich lieber nix, gehe ab und an zum Metzger; Schnitzelbrötchen holen. Irgendwie muss ich doch mein körperliches Proteindefizit ausgleichen. Gesundheitsbewusstes Essen nennt sie das, ich meine eher, eine rückwirkend evolutionäre Entwicklung zum Hasen. Aber dafür ist meine Wäsche ordentlich gebügelt im Schrank gestapelt. Abends, wenn ich in Ruhe Fernsehen schauen will, dann setzt sie sich neben mich, plappert mich mit irgend sinnlosem Kram voll, den sie von der Nachbarin gehört hatte. Und dann will sie in den Arm genommen werden und schmusen. Schlimm! In diesem Moment glaube ich, dass ich eher einen Dackel geheiratet habe als eine Frau; so wie sie mich abschleckt. Richtig nass; Uah! Und dann versichert sie mir jedes Mal, dass ich viel besser als ihr „Ex“ bin, weil ich keinen Alkohol trinke. Eigentlich wäre es schon ein Grund, bei dieser Frau mit dem trinken anzufangen, dann ist das Leben mit ihr auch viel erträglicher. Kann wirklich mit ihrem Ex mitfühlen, dass er dem Alkohol verfallen ist, sich oft die Kante gegeben hatte. Am liebsten würde ich ihr ein Kind andrehen, damit ich wenigstens etwas entlastet bin. Dann wäre sie wenigstens abends so müde, dass ich in Ruhe die Sportschau sehen kann. Tja, Kinder gebären; leider ist sie schon zu alt dafür. Selbst die biologische Uhr der Weiblichkeit hat sich gegen mich verschworen. Neulich, als wir in der Stadt waren, wo ich wie immer ihr die Taschen hinterher tragen muss, musste ich sogar mit ins Modehaus, weil sie meinen Rat brauchte. Als sie ein Kleid probierte, wo schon die Nähte durch ihre Schwimmringe bis aufs äußerste strapaziert waren, und ich ihr sagte, dass es doch besser wäre, eine Nummer größer zu nehmen; ohweh, das Donnerwetter. Ich hätte keinen Geschmack, keine Ahnung und so. Am liebsten hätte ich ihr gerne erwidert, dass ich keinen Geschmack habe, da ich sie genommen habe, aber um des lieben Friedens willen habe ich mir es 00005574verkneift, denn dann kann ich das Gekeife noch monatelang anhören und kriege es die nächsten 20 Jahre aufs Brot geschmiert. Aber ich möchte sie halt nicht verlieren, immerhin so eine Dumme, die alles für mich tut, die finde ich wohl nicht wieder. Denke, jeder der logisch denkt, der muss mir beipflichten, dass eine Frau, die sowohl dumm als auch hässlich ist, die beste Partie ist. Einer dummen Frau kann man alles erzählen, und die glaubt einem. Und wenn sie dazu noch hässlich ist, dann braucht man keine Angst zu haben, dass ein anderer sie begehrt. Was soll ich denn mit einer intelligenten Schönheit? Als Dekorationsobjekt schön und gut, aber dann kann ich gewiss sein, dass ich dann putze und koche. Dann würde aber meine Bequemlichkeit viel zu kurz kommen. Neee, Danke; ich bleibe dann lieber bei meiner Heidrun, die wäscht, bügelt und kocht für mich, auf deutsch: sie verwöhnt mich. Besser kann ich es doch auch nicht haben. Klar, es hat auch weniger positive Nebenerscheinungen, aber da muss man eben durch, zimperlich darf man da nicht gerade sein. Ich brauch nur an Morgen zu denken, da ist unser gemeinsamer Intimsphärentag; jeden Samstag nach dem Baden. Zuerst muss ich in die Wanne, dann ist sie dran. In der Zwischenzeit darf ich schon mal die Chips aus der 00003528Speisekammer holen, eine Kerze auf dem Wohnzimmertisch anzünden, damit sie es romantisch hat. Dann kommt natürlich ihr großer Auftritt, wahrscheinlich als Fruchtbarkeitstanz gemeint, oder soll es mich sexuell stimulieren, wenn sie bei ihrer Körpermasse im Takt hin und her watschelt. Oben herum duftet sie wohlwollend nach 4711 Kölnisch Wasser, allerdings abwärts setzt sich immer mehr der Duft meiner billigen Rasierseife durch. Dazu noch ihr absolutes Outfit. Ein durchsichtiges Negligé und Strapse. Ich meine, die Kleidung ist schon sexy, aber in der Kombination mit Heidrun alles anders als berauschend. Zumindest bin ich immer auch froh, wenn sie diese hässlichen Lockenwickler abgelegt hat. Ich erinnere mich immer an die Fernsehbeiträge der „Stiftung Warentest“, wenn diese von Mogelpackungen sprechen. Da sollten die lieber mal einen Bericht über Heidrun in Dessous machen, denn das macht dem Begriff „Mogelpackung“ wirklich alle Ehre. Aber auch ich bin vorbereitet, damit ich dieses überstehe, denn es kostet mich doch enorm viel Überwindung, diesem “Geschäft” nachzugehen. Nicht, dass ich keinen Sex mag, aber das Problem ist doch, mit wem. Dadurch, dass ich mich jedes Jahr beim Hollandurlaub mit “Gras” eindecke, so habe auch ich meine Hilfsmittel. Viagra alleine hilft da net. Eben kurz vorher einen Joint reingezogen, und die Welt ist wieder in Ordnung, so dass ich meinen „ehelichen Pflichten“ Heidrun gegenüber nachkommen kann, ohne dass ich dem Erbrechen nahe bin. Also: „Augen zu und Durch“. Wenn man schon ordentlich gebügelte Wäsche im Schrank haben will, dann darf man auch nicht zimperlich bei Gegenleistungen sein. 

Das Leben ist halt kein Zuckerschlecken!

 

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